WordPress Backup Erstellen und Einspielen

Es ist Abend du machst es dir gerade auf der Couch gemütlich auf einmal klingelt das Telefon. Am anderen Ende der Leitung ein völlig aufgelöster Kunde mit den Worten „Katastrophe … alles ist weg … komische Fehlermeldung?!“.

Gut, wenn du diesen Fall eingeplant hast und vorsorglich ein WordPress Backup angelegt hast. So kannst du nicht nur binnen einiger Minuten die Webseite wiederherstellen, sondern auch den Puls deines Kunden in den normalen Bereich senken.

Leider werden Backups häufig vernachlässigt oder gar nicht erst durchgeführt. Dank einer großen Auswahl von WordPress PlugIns dies kinderleicht und kann auch automatisiert werden. Wer möchte kann dies auch von Hand erledigen. In diesem Artikel möchte ich dir gängige PlugIns und die manuelle Methode vorstellen.

Wann sollte ich ein Backup machen?

Grundsätzlich ist empfehlenswert regelmäßige Backups anzulegen. Dies kann bei größeren Projekten wie zum Beispiel bei einem Onlineshop täglich sinnvoll sein, möglicherweise reicht aber auch eine Sicherung pro Woche aus (wenn du zum Beispiel einen Blog betreibst und in der Regel wöchentlich einen neuen Artikel veröffentlichst).

Es gibt aber auch Anlässe bei denen du unbedingt ein Backup erstellen sollte:

  • Größere Änderungen an der Website, Z. B. Wechseln des Themes
  • Updates von PlugIns
  • Konvertieren des Projekts in eine Multisite
  • Anlegen von Mehrsprachigkeit

Es ist auch von Vorteil Backups auf verschiedenen Speichermedien sichern. Sicherungsdateien in der Cloud und auf der lokalen Festplatte ist eine sinnvolle Variante.

WordPress Backup PlugIns

UpdraftPlus

UpdraftPlus eines der beliebtesten Backup Lösungen für WordPress und wird von mehr als 2 Millionen Websites verwendet.

Nach Konfiguration kann mit nur einem Mausklick ein vollständiges Backup der Seite erstellt werden, es kann in der Cloud gespeichert werden oder auf den Computer heruntergeladen werden.

Regelmäßige Updates werden unterstützt und die Auswahl der sichernden Dateien kann eingeschränkt werden.

Backups können direkt vom Admin Panel wiederhergestellt werden, falls dies nicht mehr möglich gibt es leider keine Notfall-Lösung, die per FTP auf den Webspace geladen und installiert werden kann. Stattdessen muss WordPress und das Backup PlugIn erneut installiert werden um dann das Backup per Admin Panel einzuspielen, ein kleiner Wermutstropfen.

In der Premiumversion bietet UpdraftPlus Add-ons um die Webseite zu Klonen, zu Migrieren, datenbankweites Suchen und Ersetzen, Multisite Support und vieles mehr.

Features

  • Speichern des Backups Dropbox, Google Drive, Amazon S3, Rackspace, (S)FTP und andere
  • Einfache Wiederherstellung (Backups sowohl von Datenbank als auch von Dateien)
  • Robustheit (Up- und Downloads werden wieder aufgenommen)
  • Aufteilung in mehrere Archive möglich (große Projekte)
  • Partielles Backup und Restore
  • Auch älteren PHP Versionen < 5.2 werden unterstützt

BackWPup

Eine ebenfalls sehr beliebte Lösung mit mehr als 600.000 Installationen ist BackWPup. Das Backup wurde von der WordPress Agentur inpsyde. kreiert, auch die exzellente Lösung für mehrsprachige Seiten „MultilingualPress“ stammt aus ihrer Feder.

Das Backup bietet in der Free Version ebenfalls komplette Backups, manuell und zeitgesteuert. Die gesicherten Dateien können auf dem Webspace und / oder in der Cloud bzw. der eigenen Festplatte gespeichert werden.

Die Benutzung ist sehr einfach und intuitiv, Erstellen von Backups und das Wiederherstellen. In der Premium Version gibt es neben größerem Funktionsumfang die Möglichkeit eine komplette Webseite direkt aus einer eigenen Anwendung vorzunehmen. Deutlich komfortabler als zuerst WordPress und dann das PlugIn zu installieren um im Notfall eine Seite neu einzuspielen.

  • Speicherung der Backups auf Webspace oder Cloud-Anbietern (Dropbox, Microsoft Azure, Amazon S3, Google Drive, Rackspace Cloud Files, usw.)
  • Multisite Support
  • Zusendung von Log-Reports per E-Mail
  • Dynamische Dokumentation des Backups
  • Nur Inhalte (Posts, Pages, usw.) per XML sichern

Duplicator

Das PlugIn Duplicator fällt etwas aus der Reihe, da es wie der Name suggeriert primär zum Klonen und Migrieren einer Webseite entwickelt wurde. Dennoch eignet es sich auch hervorragend zur Erstellung von Backups.

Sicherung auf Cloud-Space und automatisierte Backups sind zwar erst in der Pro Version möglich (diese unterstützt auch das Sichern von Multisites), dafür kann man aber in der Gratisversion Installer-Dateien auf den Webspace laden und im Notfall die Webseite einfach restoren.

Das PlugIn kann auch sehr gut genutzt werden um eine Seitenversion auf eine Staging-Umgebung zu migrieren, dort gefahrlos Änderungen vorzunehmen und dann wieder zurückzuspielen. Auch für Seitenmigrationen von einer auf eine andere Domain ist das PlugIn hervorragend geeignet.

WordPress Backup manuell Sichern und Wiederherstellen

Schritt 1: WordPress-Dateien sichern

Um die Dateien herunterzuladen benötigst Du ein FTP-Programm. Ein gutes und kostenloses Programm, verfügbar für Windows, MacOS und Linux ist FileZilla.

Zuerst musst Du Dich per Servermanager einloggen. Dazu benötigst Du die FTP-Zugangsdaten, Du bekommst sie von Deinem Web Host:

  • Servername
  • Benutzername
  • Passwort

Am besten Du nutzt eine per SSH verschlüsselte Verbindung mit SFTP. Beim Servernamen musst Du evtl. noch einen Port angeben (üblicherweise Port 22).

Wenn Du zum Ordner Deiner WordPress-Seite gehst findest folgende Struktur:

Die rot umrandeten Dateien und Ordner sind für jedes Projekt individuell und müssen auf jeden Fall gesichert werden:

  • wp-content: Hier sind Themes, PlugIns und Medien-Dateien gespeichert
  • wp-config.php: Ein Herzstück von WordPress mit Konfigurationen für Datenbankzugriff, Sicherheitseinstellungen, Debugging und vielem mehr
  • .htaccess: Ebenfalls sehr wichtig, Permalinks werden hier definiert, Servereinstellungen für Caching und viele PlugIns nutzen diese Datei z.B. um Security-Settings für Apache zu konfigurieren

Die restlichen Dateien und Ordner gehören zur aktuellen Version von WordPress und werden nur durch Updates verändert. Sie können also theoretisch weggelassen werden, es schadet aber dennoch nicht einfach das ganze Verzeichnis zu sichern und so einen Stand „aus einem Guss“ zu haben.

Schritt 2: Sichern der Datenbank

Das Sichern der Dateien ist nur eine Seite der Medaille, WordPress ist ein Content-Management-System und Webseiten werden nicht statisch gespeichert, sondern dynamisch generiert. Alle Posts, Pages, Kommentare befinden sich in der MySQL-Datenbank. Auch für die Administration wichtige Daten wie z.B. Nutzer-Accounts werden dort gespeichert.

So gut wie jeder Host bietet die grafische Benutzeroberfläche phpMyAdmin an. Damit lassen sich relativ komfortabel mehrere Datenbanken administrieren, auch können Datenbanken direkt per SQL-Queries verändert und angepasst werden.

Eine Sicherung kann man mit einem sogenannten SQL Dump erstellen. Dabei handelt es sich um ein SQL-Skript, dass alle Informationen zur Erstellung der Struktur der Datenbank und auch deren Inhalte umfasst. Wie man sich in die Oberfläche einloggt, müsst ihr bei Eurem Provider in Erfahrung bringen.

Du solltest diesen Screen vorfinden:

Zuerst ein Klick auf die WordPress Datenbank, die in diesem Fall auch „wordpress“ heisst:

Zu Demonstrationszwecken nutze ich eine lokale Installation auf XAMPP, für eine live Projekt würde ich aus Sicherheitsgründen weder die Datenbank „wordpress“ benennen (bei vielen Hosts wird der Name automatisch vergeben) noch den Tabellen Präfix „wp_“ wählen.

Nach einem Klick auf „Exportieren“ landet man auf dieser Seite:

Hier müssen keine Einstellungen verändert werden, das generierte Skript enthält zuerst Anweisungen um bestehende Tabellen zu löschen. Dann wird die Tabellenstruktur erzeugt und am Schluss die Tabellen mit Daten gefüllt. Es kann also direkt für den Datenbank-Restore genutzt werden.

Schritt 3: Wiederherstellen der WordPress-Installation

Vereinfacht gesagt muss man jetzt einfach die Schritte fürs Backup der Seite in umgekehrter Reihenfolge durchführen. Leider entsteht hier durch Downtime der Seite, weshalb man die Seite in den Wartungsmodus versetzen sollte. Zuerst werden also die Dateien per FTP hochgeladen. FileZilla meldet sich dann mit dem Hinweis „Zieldatei existiert bereits“. Hier „Überschreiben“ und „Immer diese Aktion ausführen“ auswählen.

Danach musst du wieder phpmyAdmin öffnen und die korrekte Datenbank auswählen. Wähle zuerst den SQL-Dump mit „Datei auswählen“ aus und dann klicke auf „Importieren“:

Die Einstellungen kannst Du so lassen, die Datenbank wird so komplett neu erzeugt.

Es kann sein, dass der Datenbank-Upload auf eine bestimmte Größe begrenzt ist. Hierfür gibt es zwei Lösungen. Entweder Du komprimierst die Datei und lädst eine ZIP-Datei hoch. Falls dies nicht funktioniert musst Du folgende Einstellungen in der php.ini erhöhen, im Beispiel auf 128MB (ob und wie diese Datei geändert werden kann musst Du bei Deinem Provider nachfragen):

upload_max_filesize = 128M
post_max_size = 128M

Fazit

Die meisten Web-Hosting Provider bieten auch Sicherungen an, entweder wird der gesamte Account gesichert oder man kann selber einstellen welche Bereiche wie häufig gesichert werden sollen. Dies ist oft ein Feature von professionelleren aber auch teureren Hosting-Providern.

Es ist immer eine gute Praxis selbst ein Backup zu erstellen, da man dann mehr Kontrolle hat. Ob dies per Hand oder per PlugIn geschieht hängt zum einen vom technischen Verständnis ab, zum anderen auch von den benötigen Features. Manuelles Backup ist für mich eher die Ausnahme, mit den führenden Plugins sind regelmässige Backups und das Speichern der Backups zuverlässig und automatisiert möglich.

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